Sanierung und Sicherheit

2004 wurde der Neutouren- und Sanierungsappell für die niedersächsischen Klettergebiete als Richtlinie für das Einrichten neuer und das Sanieren bestehender Routen verfasst. Dieser Appell wird von einer breiten Kletterschaft unterstützt. Wegen der in letzter Zeit stark zunehmenden behördlichen Regulierung der niedersächsischen Klettergebiete, des geringer werdenden Potentials an nichterschlossenen Felsbereichen, des Sanierungsbedarfs vieler bestehender Routen und der zunehmenden Forderung nach besser abgesicherten Routen wurde die Hakenkommission gebildet. Ziel der Hakenkommission ist die praktische Umsetzung des 2010 aktualisierten Neutouren- und Sanierungsappells. In der Kommission diskutieren Vertreter verschiedener Stilrichtungen innerhalb der Kletterschaft (z.B. Sportkletterer, Plaisierbefürworter, Abenteuerkletterer usw.), Entscheidungen werden grundsätzlich einvernehmlich getroffen. Die Hakenkommission steht jedem offen, an der Mitarbeit Interessierte können sich gerne einbringen. Wir hoffen so Alleingänge zu verhindern. Hakensetzungen, die dem Neutouren- und Sanierungsappell zuwiderlaufen, machen wir rückgängig.

Wünsche an die Hakenkommission können mit unserem Kontaktformular gestellt werden. Anschließend werden diese innerhalb der Hakenkommission diskutiert und ggfs. umgesetzt.

hakenkommission kein

Mitglieder + Kontakt

Vorsitzender
Hans Weninger hjjwen(at)googlemail.com
Mitglieder
Sven Frings frings.sven(at)gmail.com
Karsten Graf karstengraf(at)gmx.de
Arne Grage arne.grage(at)kletternimnorden.de
Axel Hake axelhake(at)gmx.de
Oliver Hartmann olliclimbs(at)gmx.de
Ralf Kowalski ralf(at)kletternimnorden.de
Thomas Wehmeyer tk.wehmeyer(at)gmx.de

Neutouren- und Sanierungsappell für die niedersächsischen Klettergebiete

1. Klettersportliche Tradition und Vielfalt der Stile

Die gewachsene klettersportliche Tradition in den niedersächsischen Klettergebieten soll, ebenso wie die darin enthaltene Vielfalt der Stile, erhalten bleiben. In erster Linie bedeutet dies, dass der Charakter bestehender Routen grundsätzlich nicht verändert werden soll.

Weder der Charakter noch die Schwierigkeit einer Kletterroute soll durch eine Sanierung oder die Einrichtung von Neutouren beeinträchtigt oder gar verändert werden. Allerdings sollen fragwürdige fixe Sicherungen (Normalhaken, marode Bohrhaken, fixe Sanduhren etc.) durch Bohrhaken ersetzt werden dürfen. Dieses verändert zwar auch den Charakter, ist aber dem Sicherheitsaspekt geschuldet, dass fixe Sicherungen auch als solche verlässlich sein sollen.

Nach wie vor muss jeder Kletterer eigenverantwortlich für sich entscheiden, ob er den Gesamtanforderungen einer Route gewachsen ist und diese sicher begehen kann oder nicht.

2. Erstbegehungen/Neutouren

Angesichts der zunehmenden Routendichte ist jeder Erstbegeher vor der Einrichtung einer Neutour gehalten, sein Projekt einer kritischen überprüfung zu unterziehen, ob seine Neutour bzw. die darin zu setzenden Haken geeignet sind benachbarte Routen zu beeinträchtigen. Bestehen entsprechende Bedenken, so soll der Erstbegeher das Projekt mit der bereits gebildeten Hakenkommission der norddeutschen Kletterer diskutieren und gegebenenfalls von seinem Erstbegehungsprojekt absehen.

Jeder Erschließer ist gehalten Umlenkhaken anzubringen, insbesondere dann, wenn damit ein Aussteigen in Bereiche mit sensibler Vegetation vermieden wird. Das Ausputzen zusammenhängender Vegetationszonen zur Einrichtung von Neutouren soll, ebenso wie das Bohren, Schlagen und Anbringen künstlicher Griffe und Tritte, grundsätzlich unterbleiben und in einem solchen Fall soll von der Erstbegehung abgesehen werden.

Vor der Erschließung einer Neutour soll der Erstbegeher sich über die für den jeweiligen Felsen eventuell bestehenden Kletterregelungen informieren und somit vermeiden, dass er seine Neutour in einem naturschutzfachlich kritischen oder sensiblen Felsbereich anlegt. Hierfür stehen ihm insbesondere Vertreter der Kletterverbände zur Verfügung, welche gegebenenfalls auch den Kontakt zu den zuständigen Behörden vermitteln können.

3. Sanierung von Kletterrouten

Grundsätzlich soll der Charakter einer Kletterroute nicht verändert werden. Entscheidungen über das Umsetzen evtl. verbohrter Haken, das Entfernen vorhandener Haken sowie das Anbringen zusätzlicher Haken sollte durch die bereits gebildete Hakenkommission der norddeutschen Kletterer einvernehmlich erfolgen. Dies betrifft auch die Routen, deren Charakter sich im Laufe der Zeit (z.B. durch Griffausbruch) entscheidend verändert hat. Bei dieser Entscheidung sollen die natürlichen Gegebenheiten, die klettersportliche Bedeutung und der Gesamtcharakter der Route berücksichtigt werden. Diese Hakenkommission prüft auch, ob bestimmte Routen umsichtig nachsaniert werden sollen, um Anfängern breitere Möglichkeiten zum sicheren übergang von der Halle an den Naturfels zu geben oder weil Sicherheitsbedenken dafür sprechen.

Kletterrouten, deren Charakter ohne Einverständnis der Hakenkommission verändert wurden, in denen also Haken umgesetzt, entfernt oder zusätzlich gesetzt wurden, werden nach Beschluss durch die Hakenkommission möglichst wieder in ihren ursprünglichen Charakter zurückgeführt.

Bei der Sanierung von Kletterrouten sind die vorgenannten Punkte grundsätzlich zu berücksichtigen. Zur Sanierung soll nur Material verwendet werden, das den gängigen Normen entspricht. Das Setzen der Haken soll fachgerecht ausgeführt werden.