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News zum Göttinger Wald und Hainberg: Guerillakampf im Paragraphendschungel

28. Februar 2015 • Veröffentlicht von  • Schreibe einen Kommentar

Wie wir hier schon mehrfach berichtet haben, sind unsere liebsten, weil einzigen norddeutschen Sandsteinklettergebiete akut in Gefahr:

Im Rheinhäuser Wald südlich von Göttingen verweigert die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises unter Bruch der mit uns getroffenen Absprachen die aufgrund des FFH-Status des Gebiets notwendige naturschutzfachliche Begutachtung der Felsen. Als Grund wird ein angebliches Veto-Recht der Grundeigentümer angeführt, das aus den Runderlass des Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium zum Waldgesetz aus dem Januar 2013 abgeleitet werden könne. Abweichend von der sonstigen Bundes- und Landesgesetzgebung, die Klettern zum gestattungsfreien Betretensrecht zählt, macht der Erlass Klettern von der Genehmigung der Waldeigentümer abhängig. In der Konsequenz sollen die Felsen im Bodenhausener Forst östlich von Ballenhausen bzw. nördlich von Lichtenhagen und Ischenrode für das Klettern gesperrt werden.

Der Grundbesitzer der Bodensteiner Klippen im Hainberg hat die Felsen schon vor einigen Jahren fürs Klettern gesperrt, weshalb es im letzen Frühjahr bereits zu Anzeigen gegen Kletterer kam. Nun hat der Landkreis Wolfenbüttel unter Berufung auf das Waldgesetz und den o.G. Erlass bestätigt, das die Sperrung seiner Ansicht nach geltendem Recht entsprechen würde. Wir haben beim Landkreis Widerspruch eingelegt und fordern die Wiederherstellung unseres Betretensrechts.

Im Februar 2014 waren wir wegen des Erlasses schon einmal beim zuständigen Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Christian Meyer. Nach damaliger Absprache sollte das Thema im Rahmen des geplanten Naturzugangsgesetzes geregelt werden, zu dem wir zusammen mit den anderen Natursportverbänden im Niedersächsischen Landessportbund Ende 2014 ein Positionspapier vorgelegt haben. Auf das vorgesehene Gesetz können wir wegen der aktuellen Konflikte nicht mehr warten und haben erneut um einen Termin und um Rechtsauskunft gebeten, um den rechtswidrigen Erlass und seine inakzeptablen Folgen endlich vom Tisch zu kriegen.

Der Landessportbund Niedersachsen mit 2,7 Millionen Mitgliedern, der DAV als größter Bergsportverein der Welt mit 1 Million Mitgliedern und das Kuratorium Sport und Natur mit 21 Einzelmitgliedsverbänden mit 3,6 Millionen Mitgliedern unterstützen uns auf höchster Ebene bei unserem Anliegen.

Hoffen wir, dass wir bald mal wieder eine für das Klettern in Niedersachsen positive Meldung posten können!!!

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Dieser Artikel wurde verfasst von Axel Hake

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