Niederländisches Militär will Übungen an den Lüerdisser Klippen durchführen !!!

13. Juni 2007 • Veröffentlicht von  • Schreibe einen Kommentar
Seit 15 Jahren setzen wir uns für eine naturverträgliche Ausübung des Kletterns ein. Mit großem Aufwand wurden dafür gerade im Südlichen Ith umfangreiche Lenkungsmaßnahmen realisiert. Dennoch mussten wir bis zum Sommer 2003 darum kämpfen, in diesem Gebiet weiterhin Klettern zu können, da von Seiten der Behörden immer wieder ein Kletterverbot beabsichtigt war. Zudem ist der gesamte Ith als FFH-Gebiet gemeldet und steht unmittelbar vor der Ausweisung zum Naturschutzgebiet.

Und nun das: Die auf dem Truppenübungsplatz bei Holzminden stationierten niederländischen Truppen (Koninklijke Landmacht) haben im Februar diesen Jahres bei den Behörden einen Antrag eingereicht, um die Erlaubnis für mehrere 2-tägige Übungen an den Felsen zu erhalten. Dem Antrag wurde mit Einschränkungen stattgegeben. Die für den 1./2. April vorgesehene Übung wurde aufgrund des brütenden Uhus untersagt und geklettert werden darf nur mit sauberem Schuhwerk.

Die Details der militärischen Übungen:
  • Termine: 1./2. Juli und 7./8. Oktober
  • Personenzahl:  jeweils +/- 40 Soldaten, zzgl. Stationsbetreuer
  • Übungsfelsen:  Teufelstrichter, Kamel, Hexenkanzel
  • Programm:  Klettern in Parallelrouten, große Seilrutsche, Strickleiterklettern, Abseilen, Riesenleiterklettern

    Unter Riesenleiter ist nicht eine Leiter, sondern ein diverse Meter breites Maschennetz zu verstehen, welches komplett von oben nach unten über die gesamte Felswand gespannt wird. Die Seilrutsche wird bergseitig von der Hexenkanzel bis zum Teufelstrichter verlaufen. Allein zum Aufbau dieser Rutsche ist es notwendig die Wege zu verlassen, so dass Schäden an der Vegetation verursacht werden. Mit sauberem Schuhwerk ist ernsthaft auch nicht zu rechnen, da die Jungs mit Sicherheit kein zweites Paar Schuhe zum Wechseln dabei haben. Aufgrund des Umfanges und der Anordnung der Übungen werden alle 3 Felsen mehr oder weniger komplett blockiert sein, so dass niemand anders dort klettern kann.

    Obwohl den Niederländern alternative Übungsorte bekannt sind und diese bereits von ihnen genutzt wurden (Steinbruch Meisterstein im Sauerland, stillgelegte Eisenbahnbrücke bei Boffzen) sollen unsere Felsen auch noch dafür herhalten. Das Ganze zieht sogar schon Kreise, denn die Bundeswehr hat nun ebenfalls Interesse an solchen Übungen bekundet. Wenn das auch noch gestattet wird haben wir nächstes Jahr mehr Soldaten als Kletterer im Gebiet.

    Wehret den Anfängen!

    Es kann und darf nicht sein, dass hier kurz vor der NSG-Ausweisung
    noch eine Sondernutzung etabliert wird.

    Wir treffen uns am Samstag den 30. Juni, abends vor der Hütte auf dem Ith-Zeltplatz.

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    Dieser Artikel wurde verfasst von Nik

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