Hohenstein im Süntel ist Winterquartier von Fledermäusen

4. November 2002 • Veröffentlicht von  • Schreibe einen Kommentar

Der für den Landkreis Hameln-Pyrmont zuständige, ehrenamtliche Regionalbetreuer des Niedersächsischen Landesamtes für Ökologie (NLÖ), Herr Marcek, hatte im Spätherbst 2001 die Fledermäuse am Hohenstein entdeckt. Daraufhin wurde die Untere Naturschutzbehörde informiert und der entsprechende Bereich mit Schildern kenntlich gemacht, auf denen die Kletterer aufgefordert wurden dort in der Winterzeit nicht zu klettern (leider gab es ein paar Uneinsichtige).

Da es sich bei den Fledermäusen um standorttreue Tiere handelt, die also selten das Winterquartier wechseln, ist davon auzugehen, daß die unten genannte Regelung zukünftig Bestand haben wird. Fledermäuse beziehen ihre Winterquartiere (u.a. tiefere Spalten, Risse und Höhlen im Fels) in der Regel im Oktober und verlassen diese wieder im März.

Aus gegebenen Anlaß fand am 05. November 2002 eine Ortsbegehung unseres 1. Vors. Jo Fischer mit Herrn Marcek sowie Herrn Brede vom Forstamt Oldendorf statt, um den von den Fledermäuse besiedelten Bereich genau zu ermitteln. Die Tiere wurden auch tatsächlich dort angetroffen, wo sie bereits im letzten Winter Quartier bezogen hatten. Daraufhin einigte man sich einvernehmlich auf folgende Regelung:

Sperrung bzw. Kletterverzicht auf die Routen:

„Gustlkamin“, „Mindener Weg“, „Der ständige Begleiter“,
„Clementkamin“, „Rechte Kaminkante“,
„Schweine im Weltall“ und „Weiße Wurzel“,

jeweils vom 01. Oktober bis zum 15. März.

Über die Regelung wird vor Ort auf einem Schild informiert werden, welches fest im Einstiegsbereich des „Clementkamins“ angebracht werden soll. Wir bitten alle Kletterer sich daran zu halten, zum Schutz der Fledermäuse und um das gute Einvernehmen nicht zu gefährden. Übrigens:

Alle Fledermäuse sind in ihrem Bestand stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht, stehen daher auf der Roten Liste und sind lt. Bundesartenschutzverordnung (§ 1) streng geschützt.
—–
Wenn die Tiere aus ihrem Winterschlaf aufgeschreckt werden, ist dieses mit einem hohen Energieaufwand verbunden, da sie ihre auf 5-3°C abgesenkte Körpertemperatur auf „normal“ erhöhen müssen. Dies kann einen so hohen Energieverlust ausmachen, daß die Fledermäuse den Winter nicht überleben und sie in ihrem Quartier erfrieren.

Info-Links:   FledermausInfo Niedersachsen (NLÖ)
www.fledermauskunde.de
www.flaus-online.de
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Dieser Artikel wurde verfasst von Nik

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