Schwerklettern verboten

26. März 2015 • Veröffentlicht von  • 3 Kommentare

Arne Grage, IG Klettern Vize und Mitautor des aktuellen Hoch-im-Norden-Führers fasst die derzeitigen Sperrungen in Nordeutschland zusammen. Im Fokus sind die schweren Routen, die durch die Totalsperrung des Selter 2010, die ungeklärte rechtliche Situation an den Elefantenbäuchen, die Sperrungsandrohungen im Göttinger Wald und weitere durch Vogelschutz bedingte temporäre Sperrungen massiv dezimiert wurden.

Die Fakten:
– 100% der vorhandenen 11er sind ganzjährig gesperrt
– ca. 57% der vorhandenen 10er sind ganzjährig gesperrt
– ca. 47% der vorhandenen 9er sind ganzjährig gesperrt
– ca. 31% der vorhandenen 8er sind ganzjährig gesperrt
– weitere 23% der 10er sind wg. Vogelschutz vom 01.02. bis 31.07. gesperrt
– weitere 12% der 9er sind wg. Vogelschutz vom 01.02. bis 31.07. gesperrt
– weitere 11% der 8er sind wg. Vogelschutz vom 01.02. bis 31.07. gesperrt

In weiteren Gebieten im Norden sieht es nicht besser aus:
– Bodensteiner Klippen derzeit teilweise gesperrt
– Göttinger Wald derzeit teilweise gesperrt
– Im Südharz sind Römerstein, Einhornfels u. Hübichenstein derzeit gesperrt

Nicht jeder hat Lust, Zeit und Geld dauernd nach Franken zu fahren. Es ist pervers und naturschädigend weite Fahrten unternehmen zu müssen, obwohl ausreichend Routen vor Ort vorhanden sind.

Durch Natur- und Vogelschutz begründete Sperrungen akzeptieren wir. Wir akzeptieren nicht, das die Behörden den partikularen Interessen der Eigentümer auf Kosten der Allgemeinheit nachgeben!

Arne Grage

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Dieser Artikel wurde verfasst von Axel Hake

3 Kommentare

  • Ganz meine Rede. Man braucht die Statistik nicht, um zu spüren, dass das Sportklettern in den mittleren und oberen Graden in Norddeutschland fast tot ist. Und das trotz besten Felspotentials.
    Seit Jahren cruist man im Frühjahr gelangweilt 😉 durch die immer gleichen Achter in Lüerdissen – die meisten kurzen oder brüchigen Nacherschließungen im nördlichen Ith, Göttinger Wald oder Kanstein sind für mich meist nur eine schwache Alternative zu den Top-Wegen, die man im Selter immer wieder gerne geklettert ist.
    Ich sag nur Trauma, With your Eyes, Non plus Ultra, Regenbogen, Pubs over Tubes, Relax don’t do it, Global Sightseeing uvm: Wege, die man alle wegen ihrer Schönheit und der Ausdauerlastigkeit (die z.Z. fast gänzlich fehlt) oft mehr als einmal geklettert ist…
    Es ist schon ein Jammer…
    Dazu kommt noch, dass die Drachenwand in der interessantesten Saison (Februar – Mai) auch nicht mehr beklettert werden kann und schöne Wege wie Ferrata, Schulterweg, Nachbarschaft, Hot Spur usw. ebenfalls entfallen. Na ja, da bleibt wenigstens noch der August oder Dezember *lach*
    So, genug gejammert, jetzt geht’s ab in die Provence…
    Viele Grüße O.

  • Stimmt ja schon inhaltlich. Aber in dieser Form und an diesem Ort ist das doch bloß Dampfablassen und Selbstbefriedigung!
    Bringt doch diese Argumente selbst vor an: Ministerpräsidenten Weil, Minister für Landwirtschaft Christian Meyer, Minister für Umwelt Wenzel, Minister für Soziales…, usw und drängt auf Abhilfe wegen der Unverhältnismäßigkeit der Sperrungen usw usw.

    Und macht mit bei unseren Bemühungen um Abhilfe.

    Richard Goedeke

  • Auch wenn ich selbst nicht schwerer als 7 klettere, mein vollstes Verständnis.
    Ein „Fan“ der Bodensteiner Klippen…

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