Alpinkletterziel Pötzener Wand im Süntel durch Eigentümer gesperrt

2. Dezember 2014 • Veröffentlicht von  • 9 Kommentare

Vermutlich wissen nicht viele, wo der Pötzener Steinbruch zu finden ist: Nördlich von Hameln am Ende des Süntelkammes. An der etwa 50 Meter hohen, südwestlich exponierten Steinbruchwand gibt es einige alpine Routen im 4. und 5. Grad, die zukünftig leider nicht mehr beklettert werden können.

Die Forstgenossenschaft Bensen, in dessen Eigentum der Steinbruch ist, hat begonnen Verbotsschilder und einen Zaun aufzustellen, der das Betreten verhindern soll. Hintergrund ist die Frage, wer bei Unfällen haftet. Anders als bei Naturfelsen, wo brüchiges oder loses Gestein analog zu waldtypischen Gefahren als naturtypische Gefahr angesehen wird, für die niemand haftet, hat der Steinbruchbetreiber durch den Abbau die potenzielle Gefahr verursacht und muss für entstehende Schäden aufkommen.

Leider konnte bislang keine Lösung im Konflikt erreicht werden. Das Angebot für eine vertragliche Haftungsübernahme für die Kletterbereiche wurde mit dem Hinweis auf zahlreiche andere Besucher abgelehnt, für die die Haftung weiter bestehen würde. Auch Wanderer, Geologen, Mountainbiker verlieren mit dem Pötzener Steinbruch ein attraktives Ausfugsziel.

Kategorisiert in:
Dieser Artikel wurde verfasst von Axel Hake

9 Kommentare

  • Gruselig.
    Wo bleibt das „Betreten auf eigene Gefahr?“

    Unsere Gesellschaft dampft mit Vollgas in einen Sicherheit!-Wahn und eliminiert den Anspruch individueller Eigenverantwortung bald völlig.

  • Frage: Von wem genau kommt diese Information?
    Nach Auskunft des Pötzer Verantwortlichen für den Süntelwald oberhalb von Pötzen, ist das Betreten des Steinbruchgeländes nicht verboten! Der neue Jagdpächter mit dem ich aufgrund seiner Falschaussagen schon mehrfach ärger hatte, stellt diese Schilder und weitere (rechtlich sehr bedenkliche) Absperrungen vermutlich eigenmächtig auf.

  • Hallo Lars, was heißt „Pötzer Verarantwortlichen…“ meinst Du den Revierförster?
    Die Info kommt vom Vorsitzenden der Forstgenossenschaft Bensen. Die Forstgenossenschaft hat das Thema auf einer Vorstandssitzung am 01.12. auf unsere mündliche Anfrage nochmal besprochen und so entschieden. Wörtlich beim Telefonat am 02.12.:“ Sie können gerne einen schriftlichen Antrag bei uns stellen, dem ist aber keine Chance auf Erfolg beschieden“.
    Beste Grüße, Axel

  • Hallo Axel,

    mit dem Pötzer Verantwortlichen meine ich ein Vorstandsmitglied der Süntelwaldgenossenschaft (so ist meine Information) und der hat mir bereits im Mai diesen Jahres vor Zeugen (unter anderem dem ehem. Ortsbürgermeister) erklärt: Der Steinbruch ist Waldgebiet, somit gilt hier das Niedersächsische Waldbetretungsgesetz. Zu beachten ist allerdings, sollte hier ein Unfall geschehen kann die Süntelwaldgenossenschaft nicht haftbar gemacht werden, da die dort entlangführenden Wege keine öffentlichen Wanderrouten darstellen.

    Es gibt natürlich Aktivitäten im Steinbruch die gar nicht mehr gerne gesehen werden: wildes parken, größere (Wander-)Gruppen und auch Mountainbiker – was ich nach eigenen Beobachtungen in diesem Jahr durchaus nachvollziehen kann – ob und warum allerdings das Klettern darunter fallen soll kann ich nicht sagen. Nach meinen Informationen kann das Spazieren oder Wandern durch den Steinbruch Pötzen (auch wenn es Privatwald ist) nicht untersagt werden.

    Den Namen meines Ansprechpartners, gebe ich dir gerne per Email, falls Interesse besteht.

    Ich durchwandere bereits seit über zwanzig Jahren dieses Gebiet und lasse mir als Anwohner durch irgendwelche Jäger nicht verbieten, vorhandene Wege zu nutzen – sonst gibt es irgendwann richtig Krieg!

    Gruß, Lars

  • Hallo Lars,
    ruf mich mal zum Thema an.
    Gruß Axel

  • Hallo Zusammen.
    Weiß jemand,ob sich bezüglich des Betretungsverbot im Pötzer Steinbruch ewas neues getan hat ?
    Grüße
    Andreas aus Rinteln

  • Hallo Andreas,
    nein, weiterhin gesperrt.
    Die Gelbbauchunke hat Vorrang.
    Gruß, Axel

  • Hallo,
    hat sich da inzwischen was getan? Der Steinbruch ist auf der entsprechenden Seite hier nicht als gesperrt verzeichnet. Außerdem ist eine temporäre Sperrung aufgelistet, was ja eigentlich nur für grundsätzlich offene Gebiete gemacht wird.
    Beste Grüße
    Jonathan

  • Hallo, wir waren heute das erste Mal mit Kindern auf Fossiliensuche im Steinbruch. Nach ca. einer halben Stunde fuhr ein Jeep vor und ein Mann belehrte uns, dass er bzw. eine Gemeinschaft für die Schäden durch Steinschlag etc. haftbar gemacht wird und er die Mittel aber lieber anders verwenden möchte, die wohl der Forstwirtschaft dient. Frage: Routinefahrt oder versteckte Kamera? Etwas jovial begann das Gespräch mit, eigentlich müsste ich die Ausweise… Jugendamt… usw. aber entwickelte sich dann eigentlich recht nett. Insgesamt bleibt zu beobachten, dass eigenverantwortliche Abenteuer mit Kindern immer schwieriger werden. Auch NABU sei Dank, der am liebsten eine Natur ohne Menschen sähe. Siehe auch angestrebte Leine-Sperrung südlich Hannover. Aber das ist ein anderes Thema…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.