Uhus und Wanderfalken an unseren Felsen

21. Dezember 2021 • Veröffentlicht von  • Schreibe einen Kommentar

Jedes Jahr werden in unseren Klettergebieten Felsen vom 1.2. bis zum 31.7. für Uhus und Wanderfalken gesperrt.

Beide gesetzlich geschützte Arten brüten in Felsnischen und die Brutpaare dürfen in dieser Zeit nicht gestört werden, um eine erfolgreiche Brut sicherzustellen.
Das Absperren der Felsen und das Überwachen wird von Kletternden der IG Klettern und des DAV in Absprache mit den ehrenamtlichen Vogelschützern Kersten Hänel, Ulli Ahrens und den Naturschutzbehörden übernommen.
Da die temporären Sperrungen von der Klettergemeinschaft allgemein akzepiert werden, können die Felsen nach Abschluss der Brut wieder freigegeben werden. Dauerhafte Felssperrungen wie in anderen Bundesländern sind nicht nötig.

Der Vogelschutz an unseren Felsen ist ein Erfolgsprojekt der guten Zusammenarbeit zwischen Kletterer:innen und Naturschutz.

Was machen die Vögel da genau an den Felsen?

Beide Arten konkurrieren um Brutplätze an den Felsen. Sie bauen keine Nester, sondern setzen sich in Nischen oder auf Bänder und legen ihre Eier auf den natürlichen Untergrund, in den sie eine halbwegs ebene Mulde gescharrt haben.

Wanderfalken brüten etwa 35 Tage bis zum Schlüpfen, nach 6 Wochen fliegen die 2-4 Jungvögel aus und bleiben noch weitere 4-6 Wochen im Revier der Eltern, bis sie abwandern. Sie ernähren sich von Singvögeln und Tauben, die sie im Flug schlagen. Um die immer hungrigen Jungvögel satt zu bekommen, brauchen sie duchschnittich zwei Beutetiere pro Tag.

Uhus brüten ebenfalls etwa 35 Tage und versorgen meist 2 bis 3 Jungvögel mit mittelgroßen Beutetieren. Mäuse bilden einen großen Teil der Nahung – ein „gutes Mäusejahr“ ist meist auch ein gutes Uhujahr. Die wichtigsten Beutetiere sind Wanderratten, Igel, Ringeltauben und Krähen. Auch Wanderfalken und sogar Bussarde gehören zum Beutespektrum. Irgendwann kommt für die kleinen Uhus der Tag des flügge werdens. Wenn der Platz für die Flugübungen am Nestrand zu klein ist, springen die Jungen schon früh vom Brutplatz ab, sobald die Federn für einen falldämpfenden Segelflug ausreichend entwickelt sind. Sie sitzen in der Folgezeit flugunfähig in Nestnähe am Boden und werden von den Altvögeln gefüttert, bis sie im Alter von 8 Wochen habwegs fliegen können.

Während der auf die Nestlingsphase folgenden Ästlingsphase sitzen Wanderfalken und Uhus in der Nähe der Brutfelsen in den Bäumen. Sie lernen alles nötige von den Altvögeln, bis sie auf der Suche nach einem eigene Revier in ein hoffentlich erfolgreiches Vogelleben davonflattern, das bei Wanderfalken 15 Jahre, bei Uhus bis zu 30 Jahren dauern kann.

Wie hat sich die Population der Arten entwickelt?

Der Bestand der Uhus stieg bis 2010 kontinuierlich und hält sich seitdem auf hohem Niveau. Der Bruterfolg der Wanderfalken sichert gerade so den aktuellen, immer noch niedrigen Bestand.

Hier findet ihr die Berichte des Vogelschutzes zu Uhus und Wanderfalken in Südniederachsen und im Harz:

 

Jahresbericht Wanderfalkenschutz 2021

Bestandsentwicklung Uhu Weserbergland 2005-2019

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Dieser Artikel wurde verfasst von Axel Hake

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